Ein Jahr Nextkassel

Nach sechs mehr oder weniger großen Veranstaltungen, drei Publikationen, 700 gesammelten Ideen, ca. 40 beteiligten Studierenden, zahllosen Kontakten mit Bürgerinnen und Bürgern, anregenden Expertengesprächen und guten Kontakten mit der Stadt Kassel, erlauben wir uns ein positives Fazit zu ziehen.

Fragen wir unsere Community, also die Bürgerinnen und Bürger mit denen wir im letzten Jahr gearbeitet haben, hören wir in der Mehrzahl sehr positive Stimmen. Man sagt uns, dass es gut sei, dass es endlich eine Plattform für die vielen guten Ideen gäbe, die man so hätte: Ohne Nextkassel würden diese doch nur in der Schublade vergammeln. Gutes Feedback bekommen wir auch hinsichtlich dessen, dass man sich ernstgenommen fühle, dass die eigenen Belange endlich mal von Bedeutung sind und nachweislich in den Prozess einfließen. Und viele sagen uns auch: Ja, wenn ihr hier und dort etwas angeht, helfe ich gerne mit!

Wir vernehmen aber auch andere, kritischere Stimmen von Bürgerinnen und Bürgern und insb. auch von anderen bürgerschaftlichen Akteuren in Kassel, die kritisieren, dass wir nicht genug aus Nextkassel herausholen, dass die Umsetzung der Ideen zu lange auf sich warten lässt und dass so ein publiziertes Buch irgendwie nicht genug sei. Denn Literatur sei geduldig.
Auch aus Reihen der Fachleute wurden wir kritisiert, dass man so doch keine Planung betreiben könnte, dass das doch nur ein reines Wünsch-dir-was-Konzert für Bürger sei, vielleicht gar Opium fürs Volk, und aus den Ergebnissen doch niemals verantwortungsvolle, ganzheitliche und dem Gemeinwohl dienende Planung entstehen könne. Andere sprachen davon, dass wir die Bürgerinnen und Bürger für unsere Sache „benutzen“ würden, dass wir implizit etwas versprechen würden, was wir nicht halten könnten.

Man kann ja immer ganz viel hinterfragen was man so tut, und was man nun hätte besser machen können, aber schlussendlich kommt es viel mehr darauf an, was man in Zukunft daraus macht.

Mitunter können auch persönliche Schwerpunkte maßgeblich dafür sein, ob man eine Kritik annimmt oder nicht. Nextkassel ist mittlerweile ein sehr großes Team, deren einzelne Mitglieder ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Ein wichtiger Teil dessen ist für viele von uns auf jeden Fall auch, dass wir mit Nextkassel ein Instrument geschaffen haben, das es auch jenen Menschen, die über kein tiefgreifendes kommunalpolitisches oder planungsfachliches Wissen verfügen, ermöglicht, über Stadtentwicklungsfragen nachzudenken, sich dafür zu interessieren und vielleicht ein Bewusstsein zu vermitteln, wie Planung üblicherweise funktioniert (und dass es sowas tatsächlich gibt 😉 ). Und für diese Leistung haben wir auch bei Fachleuten ein gutes Standing.

All unsere unterschiedlichen Motivationen sollen dieses Semester in zahlreiche Aktivitäten von Nextkassel zu ganz unterschiedlichen Themen münden. Phase 3 wird wesentlich vielfältiger sein als die Phasen 1 und 2. Wir verraten hier heute noch nichts, aber die nächsten Tage solltet ihr immer mal wieder auf Facebook bei uns vorbeischauen. Dort werden wir nach und nach die unterschiedlichen Aktivitäten der nächsten Zeit vorstellen. Anschließend fassen wir das hier im Blog auch noch mal zusammen.

Wir hoffen wieder sehr darauf, in den nächsten Monaten viele aus der Nextkassel-Community zu treffen und neue Menschen kennen zu lernen.

Noch ein Hinweis:
Da viele der Nextkasseler schon ein Jahr dabei sind und das für viele bedeutet, dass ihr Studium zu Ende geht, sind wir jetzt dabei, Nextkassel vom universitären Projekt hin zu einem ehrenamtlich getragenen zu entwickeln: Demnächst gründen wir den „Nextkassel e.V.“, dessen erste Handlung wohl sein wird, die Bürgerstadtvision, die sich in der Endphase befindet, zu veröffentlichen. Wir sind gespannt, wie das alles in Zukunft wird. Wir halten euch auf dem laufenden.

Auf Facebook haben wir eine Bildergalerie zum ersten Jahr Nextkassel hochgeladen, falls ihr euch einen Überblick verschaffen wollt.

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